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Haus und Hof

Landwirte brauchen viel Einfühlungsvermögen in die Bedürfnisse des Bodens, der Tiere, der Pflanzen und ihrer eigenen Familienmitglieder. Schnelles und immer mehr Wachstum eines Betriebes kann dieses Einfühlungsvermögen gefährlich strapazieren. Kostspielige Folgen wie körperliche Beschwerden und zerrüttete Familienverhältnisse haben spürbar zugenommen. Dennoch: die Gestaltungsspielräume für den Einzelnen auf einem funktionierenden Mehrgenerationenbetrieb können groß sein. Bäuerinnen und Bauern können eine grosse Vielfalt von Rollen ausfüllen.

Seien es ein Familienbetrieb, eine Hofgemeinschaft, ein solidarisches Landwirtschaftsprojekt oder ein Schulbauernhof in der Stadt – ein Hof bietet verschiedenste Arbeitsbereiche: Es gibt die Arbeiten im Stall, auf dem Feld, im Garten, im Haus, in der Küche, im Verkauf, in der Verwaltung und natürlich die Gestaltung des sozialen Miteinanders. Gerade dieser letzte Punkt ist besonders wichtig an einem Ort, an dem Leben und Arbeiten so eng verknüpft sind wie in der Landwirtschaft.

Dies wird auch besonders deutlich bei der Hofübergabe. In diesem Moment wird nicht nur ein Geschäft übergeben, sondern ein Lebenswerk, das zugleich Lebensraum ist. Modelle bei denen der Hof ausserhalb der Familie weitergegeben wird (ausserfamiliäre Hofübergabe) - an eine an Landwirtschaft interessierte Person oder  an eine Gruppe von Menschen - werden häufiger.

Jeder Hof, jeder Garten und jedes Stadtprojekt hat seine besonderen Schwerpunkte und spezifischen Anbaukonzepte. Entscheidend ist, dass das System in sich funktioniert und mit seinem Umfeld gut verbunden ist. Mischkulturen, Zwischensaat, Permakultur sind Methoden, die immer öfter besprochen und angewendet werden. Auch hier gilt, dass sie im wesentlichen auf althergebrachten Ansätzen beruhen, die zu neuem Glanz erstrahlen.